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Niederbayerns beste Brückenbauer

Regierung verleiht den Integrationspreis 2011 in Straubing

Die Preisträger des Integrationspreises 2011

Regierungspräsident Heinz Grunwald würdigte herausragende Integrationsprojekte mit der Verleihung des niederbayerischen Integrationspreises 2011 am Freitag, 18. November 2011 im Historischen Rathaussaal der Stadt Straubing.

Die Regierung von Niederbayern hat die besten niederbayerischen Brückenbauer gefunden. Gesucht waren Organisationen und Initiativen, die Einheimische und Migranten so zusammenbringen, dass beide Seiten wirklich etwas davon haben. Fünf Vereine und Institutionen setzen sich besonders erfolgreich dafür ein, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln in der Region Fuß fassen und Einheimische mit fremden Kulturen vertraut gemacht werden. Der niederbayerische Integrationspreis 2011 (Preisgeld jeweils 1000 Euro) ging an:

Caritasverband der Stadt Straubing und des Landkreises Straubing-Bogen für das mehrsprachige Kinderbuch „Rocasimi"

„Rocasimi" ist ein mehrsprachiges Kinderbuch über den Straubinger Tierpark. Mit der Unterstützung von Migranten wurde der deutsche Text in die russische und türkische Sprache übersetzt. Das Buch wurde kostenlos an Kindergärten und Schulen verteilt. Dort kann es verwendet werden, um die Sprachkompetenz der Kinder zu fördern. Grundsätzlich soll das Buch die Neugierde an der Sprache wecken und Lust aufs Lesen machen. Außerdem sollen die Kinder damit lernen, verschiedene Sprachen als gleichwertig zu sehen. Herstellung und Druck erfolgte auf Spendenbasis. Die Initiative wurde von Stadträtin Hannelore Christ besonders unterstützt.

Preisträger Rocasimi

Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa" in Passau für die Integrationsarbeit unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen"

Der Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa" um die Initiatorin und Geschäftsführerin Perdita Wingerter will die europäische Idee von Einheit und Frieden in die Tat umsetzen. Den Verantwortlichen geht es um den Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihrer Rasse. Es geht um Ideale, die zwar allgemein anerkannt sind, aber im Alltag viel zu oft auf der Strecke bleiben. Mit Aktionen und Projekten wollen die Vereinsmitglieder dazu beitragen, Chancengleichheit für alle in Gesellschaft, Bildung und Arbeitswelt zu erreichen.

Ein Beispiel dafür ist der internationale Frauentreff „Frauen - Erleben - Kulturen". Bei diesem monatlichen Stammtisch kommen Frauen aus aller Welt für Fortbildungen, Ausflüge oder gemeinsame Aktionen zusammen. Außerdem gibt es das Projekt „Kinder - Erleben - Kulturen". Migranten und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln erarbeiten dabei Konzepte, wie Kindern in Kindertagesstätten, Schulen, Horten und im Ferienprogramm interkulturelles Wissen vermittelt werden kann.

Universität Passau für das Hochschulprojekt „akadeMigra - Zukunft durch Integration" zur Integration von Migranten mit akademischem Hintergrund

Um die gesellschaftliche und berufliche Lage hoch qualifizierter Einwanderer zu verbessern, wurde am 15. Oktober 2009 das Projekt zur Integration von Migranten mit akademischem Hintergrund - „akadeMigra" - an der Universität Passau ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung der Volkshochschule Passau und der Agentur für Arbeit bietet das akadeMigra-Projekt neben Sprachkursen mit dem entsprechenden Niveau auch Schulungen zu interkultureller Kommunikation an. Außerdem gibt es Weiterbildungen, damit die Menschen ihre Fähigkeiten noch besser an die Bedürfnisse deutscher Arbeitgeber anpassen können und so leichter Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen.

Dank finanzieller Unterstützung durch verschiedene Stiftungen und Unternehmen können die individuell angepassten Kurse besonders preisgünstig angeboten werden. Fachlich betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Thomas Wünsch und Prof. Dr. Guido Pollack.

Neben diesen praktischen Maßnahmen will „akadeMigra" auch ein Bewusstsein für die Mängel der Integrationspolitik in der Öffentlichkeit schaffen und so die politischen Entscheidungsträger zum Handeln animieren. Langfristig soll aus dem Projekt ein größeres soziales Netzwerk hervorgehen, das Migranten mit ähnlichen Problemen verbindet, sie mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt bringt und so die Integration in Gesellschaft und Beruf erleichtert.

Deutsch-Türkische Gesellschaft Bayern - Zweigstelle Passau für den Austausch zwischen deutscher und türkischer Kultur

Die Deutsch-Türkische Gesellschaft Passau setzt sich seit 20 Jahren dafür ein, dass Menschen mit türkischen Wurzeln in der Region Passau Fuß fassen und Einheimische die vielfältige türkische Kultur kennenlernen. Dialog und Austausch sollen vor allem bei Vorträgen über Geschichte, Politik, Wissenschaft und Kunst gefördert werden. Gemeinschaftserlebnisse bringen Exkursionen und gemeinsame Projekte von Einheimischen und Zuwanderern. Für 2012 ist zum Beispiel ein türkisches Festzelt beim Passauer Barock-Festival geplant. Dort soll es Lesungen, Diskussionen, Kabarett, Theater und Musik geben.

Archäologie-Erlebnispark Gabreta der beruflichen Fortbildungszentren der bayerischen Wirtschaft (bfz Passau) bei Ringelai, Landkreis Freyung-Grafenau, für das Projekt „Der Bayerische Wald - Einwanderführer"

„Mit dem mehrdeutigen Titel ‘Der Bayerische Wald - Einwanderführer' soll die Ambivalenz zwischen einer blühenden weltoffenen Tourismusregion und den Problemen, die sich gerade in dieser ländlichen Gegend für Jugendliche mit Migrationshintergrund ergeben, angedeutet werden." So beschreiben die Organisatoren das Theaterprojekt für Jugendliche mit ausländischen Wurzeln und Einheimische zwischen 16 und 25 Jahren. Kreativität hat jeder in sich - unabhängig von Herkunft, Sprache oder Lebenseinstellung. Diese Kreativität sollen die Teilnehmer nutzen, um eine gemeinsame Basis zu finden und Freundschaften außerhalb von Schule und Beruf aufzubauen.

Durch den intensiven Umgang mit der deutschen und bayerischen Sprache verbessern die Jugendlichen spielerisch ihre Sprachkompetenz. Sie lernen die niederbayerische Kultur, Natur und Geschichte neu oder noch besser kennen und können sich dadurch leichter oder erst recht mit der Region identifizieren. Die Initiative trägt sich durch die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Pfadfindergruppen und privaten Unterstützern. Das erste Theaterstück wurde bereits mit großem Erfolg aufgeführt.

Eine Anerkennungsurkunde für besondere Leistungen in der Integrationsarbeit bekommt die Abteilung „Integration - besondere soziale Aufgaben" der Stadt Straubing für das Projekt „Zeichen setzen - gemeinsam gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit".

Das Projekt „Zeichen setzen - gemeinsam gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit" ist eine Kampagne zur politischen Bildung in der Jugendarbeit. Initiiert wurde sie von der Kommunalen Jugendarbeit der Stadt Straubing und des Landkreises Straubing-Bogen. Unterstützer sind unter anderem die Jugendringe von Stadt und Landkreis, die Katholische Jugendstelle, die Jugendsozialarbeit an Schulen und die Horte.

Die Verantwortlichen haben bislang die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern", Theater und Kinofilme gezeigt und Vorträge, Workshops und eine Gedenkfeier zur Reichspogromnacht organisiert. Schwerpunkt ist ein Buch- und Hörbuchprojekt, bei dem Texte und Bilder von Jugendlichen in einem Buch und auf einer CD zusammengefasst worden sind. Diese Medien werden an Schulen als Arbeitsmittel im Unterricht verwendet. Außerdem ist eine Wanderausstellung geplant.

Niederbayern ist Vorreiter im Freistaat bei Preisen für erfolgreiche Integrationsarbeit. Vor vier Jahren hat die Regierung erstmals Integrationspreise für Initiativen in der Region ausgelobt. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen stützt dieses Konzept und stellt im Rahmen der Aktion „Integration im Dialog" Geld dafür zur Verfügung.

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