500. Geburtstag Ulrich Schmidl |
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„Seind also durch Gottes Segen in Riodellaplata ankommen Anno im 1535. Da haben wir einen indianischen Flecken gefunden und darinnen ungefehrlich 2000 Mannsbildt, heißen Zechurias, haben auch anders nichts zu essen denn Fisch und Fleisch ...“ So schilderte Ulrich Schmidl den Beginn seiner Erlebnisse in einer fremden Welt: Als Teilnehmer einer spanischen Expedition nach Südamerika entdeckte, eroberte und erforschte er die heutigen Länder Argentinien und Paraquay mit. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kämpften Spanier und Portugiesen bereits um die koloniale Vorherrschaft in Südamerika. Die Reiche der Azteken und Inkas waren erobert. Nun war man erpicht auf ein sagenhaftes „Silberland“, auf Argentinien. Pedro Mendoza erhielt von Kaiser Karl V. den Auftrag, die Länder am Rio de la Plata, am Silberfluss, in den Besitz der spanisch-habsburgischen Krone zu bringen. Eine Flotte mit vierzehn Schiffen und 2650 Mann wurde ausgerüstet, darunter befand sich auch ein Schiff der Nürnberger Welthandelshäuser Welser und Neidhart. Auf diesem musterte 1533/34 der junge Ulrich Schmidl, Sohn des reichen Straubinger Patriziers und Bürgermeisters Wolfgang Schmidl, zusammen mit „hundertfünfzig Hochdeutschen, Niederländern und Sachsen“ an. Was ihn zu dieser Reise bewegte, darüber kann man nur Vermutungen anstellen: Abenteuerlust und jugendlicher Freiheitsdrang? Forschungseifer? Geschäfte? Zwanzig Jahre lang zog „Utz Schmidl“ als Landsknecht durch die Gegenden entlang der Flüsse Rio de la Plata, Rio Uruquay, Rio Paraná und Rio Paraquay. Er tötete und zerstörte, raubte und vergnügte sich mit einheimischen Frauen. Was ihn aber vor anderen Conquistadoren seiner Zeit auszeichnete: Er beobachtete die Eingeborenen sowie die Tier- und Pflanzenwelt sehr genau und hielt seine Erlebnisse und Erfahrungen später in Reiseerinnerungen fest, den „wahrhafftigen Historien einer wunderbaren Schiffahrt“. Somit wurde er zum ersten Geschichtsschreiber Argentiniens und Paraquays, deren heutigen Hauptstädte Buenos Aires und Asunción er mitgegründet hatte: „In diesem Ort haben wir eine Stadt gebauet, welche man genennet Buenas Aeres - das ist zu Teutsch Guter Luft.“ 1554 holte ihn ein Ruf seines kranken Bruders Thomas nach Straubing zurück. Er übernahm die Geschäfte seines Bruders, wurde ein angesehener Ratsherr. Wie etliche anderer seiner Ratskollegen überzeugten ihn die Forderungen Martin Luthers nach einer Kirche frei von Käuflichkeit, Amtsmissbrauch und Prunk. 1562 forderte der katholische Landes- und Stadtherr Herzog Albrecht V. alle Protestanten auf, entweder zum „rechten Glauben“ zurückzukehren oder Straubing zu verlassen. Schmidl siedelte in die freie Reichsstadt Regensburg über und starb hier hochbetagt um den Jahreswechsel 1580/1581. An sein Haus in der Regensburger Tändlergasse hatte er ein trotziges, bis heute sichtbares Andenken an seine Heimatstadt gesetzt: einen Stein mit seinem Wappen und der Inschrift „Ulrich Schmidl von Straubing“. Dr. Dorit-Maria Krenn
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Zum 500. Geburtstag von Ulrich Schmidl veranstaltet die Stadt Straubing im Herbst 2010 ein kleines Kulturprogramm, u. a. mit Vorträgen des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung, mit Führungen, zum Beispiel am Samstag, den 9.10.2010, auf den Spuren Schmidls in Straubing (Treffpunkt ist um 14.00 Uhr vor dem Amt für Tourismus), mit der Vorführung eines Filmes auf den Spuren Schmidls in Südamerika. Auskunft erteilt das Stadtarchiv Straubing, Tel. 09421/991950. |
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