150 Jahre Straubinger Tagblatt |
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Am 2. Juli 1860 stellte Clemens Attenkofer aus Landshut an den Straubinger Stadtmagistrat das Gesuch, die Druckerei von Franz Seraph Lerno für 10000 Gulden erwerben und sich hier als Buchdrucker niederlassen zu dürfen. Die Straubinger Stadtväter stimmten zu, da Attenkofer nicht nur beste Zeugnisse, sondern auch ausreichend finanzielle Unterstützung vorweisen konnte. Attenkofer übernahm aber die Lerno’sche Druckerei nicht nur, um in gewohnter Weise Bücher und Broschüren, Todesanzeigen, Billets und Ähnliches zu drucken. Er wollte hier eine Tageszeitung gründen. Denn bisher gab es in Straubing nur das „Straubinger Wochenblatt“, das als amtliches Organ des Rathauses fast ausschließlich wichtige Verlautbarungen des Königs, der Ministerien, des Magistrats, dazu gelegentlich Vereins- und Werbeanzeigen enthielt. Attenkofer hatte also eine Marktlücke entdeckt: „Straubing entbehrte, wie die allgemeine Stimme darthut, seit längerer Zeit sehr ungerne eines Lokalblattes, das Heimische und Hiesige mitgetheilt und besprochen, das was im engern und weitern Vaterlande und draußen in der Fremde sich zuträgt, erzählt und Sonstiges für die Oeffentlichkeit und das allgemeine Interesse Wichtiges und Passendes berichte hätte.“ Am Montag, den 1. Oktober 1860 erschien die erste vierseitige Ausgabe des „Straubinger Tagblatts“. Attenkofer versprach darin als Devise seiner Zeitung: „… ohne sich in Partheidifferenzen einzulassen, ohne das religiöse Gefühl zu verletzen, ohne irgendwie Anstoß zu erregen, wird es treu dem Könige und Vaterlande einfach und wahrheitsliebend, kurz und gut die politischen Ereignisse berichten, Oertliches, Bayerisches und vermischte Nachrichten geben, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, die Mittelstraße zu wandeln suchen.“ Parteipolitisch neutral blieb die Zeitung zwar nicht; dafür sorgte Georg Aichinger, Priester und Beichtvater im Kloster der Elisabethinen, der seit 1868 die Redaktion fast 30 Jahre lang leitete und dem „Straubinger Tagblatt“ eine an der damaligen Zentrumspartei orientierte, konservativ-katholische Ausrichtung gab. Aber sie kam ihrem Informationsanspruch auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene so gut nach, dass sie sich als einzige Straubinger Tagespresse behaupten konnte – im Unterschied zu anderen Tageszeitungen, die in den folgenden Jahrzehnten in Straubing erschienen und wieder verschwanden.
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Der mutige Verleger Clemens Attenkofer starb bereits 1866. Seine Witwe Josephine führte das Unternehmen vier Jahre lang allein weiter, bevor sie in dem Buchhändler Georg Huber einen neuen Ehe- und engagierten Zeitungsmann fand. Der Name des Gründers lebt aber immer noch fort in der „Cl. Attenkofer’schen Kunst- und Buchdruckerei“. Und die Nachkommen von Josephine und Georg Huber führen nun schon in fünfter Generation das Verlagsgeschäft weiter. Ihre Firma beschäftigt heute über 500 feste und etwa 1500 freie Mitarbeiter sowie 1500 Zusteller. 14 Tageszeitungen mit einer Auflage von 140000 Exemplaren erscheinen. Neben den Hauptausgaben Straubinger Tagblatt und Landshuter Zeitung sind dies die Bezirksausgaben Bogener Zeitung, Chamer Zeitung, Kötztinger Zeitung, Landauer Zeitung, Allgemeine Laber-Zeitung, Donau-Post, Plattlinger Anzeiger, Dingolfinger Anzeiger, Moosburger Zeitung, Rottenburger Anzeiger, Hallertauer Zeitung und Vilsbiburger Zeitung. Dr. Dorit-Maria Krenn Zum Jubiläum erscheint im Juni 2010 eine Festschrift und das Gäubodenmuseum Straubing zeigt eine Sonderausstellung
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