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Kol Nidrei - Ich bin der Welt abhanden gekommen

Eine Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht

Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 der nationalsozialistische Mob unter den duldenden Blicken einer untätigen Polizei und herzloser Schaulustiger den jüdischen Teil der deutschen Bevölkerung mit einer Welle der Gewalt überzog, jüdische Geschäfte und Synagogen verwüstete oder in Brand steckte, war vor den Augen der Welt manifest geworden, was jeder denkende und fühlende Mensch längst hätte vorahnen können: Das zarte demokratische Pflänzchen der Weimarer Republik hatte sich in einen menschenverachtenden Unrechtsstaat verwandelt, die Volksseele war zu tiefst vergiftet und Deutschland stand am Vorabend des größten und grausamsten Brudermordes der Menschheitsgeschichte. Es zeigte sich, dass im Land der Dichter, Musiker und Denker die tiefe Humanität, wie sie Lessing in seiner Nathanschen Ringparabel gezeichnet hatte, der deutschen Kultur im Grunde fremd geblieben war.
Mit dem Konzertprogramm »Kol Nidrei - Ich bin der Welt abhanden gekommen« erinnert die Stadt Straubing in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Niederbayern an den jüdischen Teil der deutschen kulturellen Identität in ihrer Verwurzelung in der Romantik auf dem Weg in die Moderne. Hierzu sollen verschiedene Künste miteinander in einen lebendigen Dialog treten: Mit Sprache und Musik in Kompositionen von Franz Schubert, Max Bruch und Gustav Mahler (Jennifer Davison, Sopran; Jingjing Zhu, Violoncello; Basil H. E. Coleman, Klavier), mit Skulpturen von Basil H. E. Coleman und Tanz von Daniel Hay-Gordon in der Choreographie von Jonathan Lunn.
Das Konzert findet am 9. November 2013 um 19.30 Uhr im Theater Am Hagen statt.
Der Eintritt ist kostenlos.