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Die Macht der Erinnerung

Aktion Stolpersteine

Stolperstein Bahnhofstraße in Straubing
Der Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert an Opfer des NS-Regimes, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Gehsteig einlässt. Sie geben knapp Auskunft über Namen, Lebensdaten und Schicksal jeweils eines Menschen. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist" - so die Philosophie des Künstlers Gunter Demnig. Im Gegensatz zu mehr oder minder abstrakten Kunstwerken und Mahnmalen für die Opfer des Nationalsozialismus´ geben die Stolpersteine Auskunft über einzelne Schicksale einer Stadt. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Inzwischen liegen „Stolpersteine" in über 500 Orten Deutschlands, und mehreren Ländern Europas. 2005 erhielt Gunter Demnig dafür den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsident Horst Köhler und im Mai 2008 von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble den Preis „Botschafter für Demokratie und Toleranz".

Stolpersteine sind die mit Messingplatten versehenen Granitsteine natürlich nicht im wörtlichen Sinn. Die Steine werden ebenerdig in den Boden eingelassen und geben Anstoß mehr über die Opfer und deren Geschichte beziehungsweise die Geschichte einer Stadt zu erfahren.

2008 wurden bereits Stolpersteine in Straubing verlegt. Die Verlegung weiterer Stolpersteine findet am Mittwoch, 24. April, ab 9.00 Uhr statt. Vor der Synagoge, Wittelsbacherstr. 11, werden Stolpersteine für Julius, Jenny, Lore und Sabina Baumblatt verlegt. Außerdem werden dort für die Familie Frank - Nathan Tzvi Halevi, Flora und Sara - Stolpersteine in den Boden eingelassen. Mit einem Stolpersteine vor dem Haus Wittelsbacherstr. 12 wird an Julie Loose erinnert. Zwei weitere Stolpersteine werden in der Äußeren Passauer Straße bei den Barmherzigen Brüdern verlegt und zwar für Mathias Miehling und Ludwig Egner. Zur Verlegung ist jeder interessierte Bürger eingeladen.

Für 120 Euro kann man eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. So übernimmt zum Beispiel eine Klasse des Turmair-Gymnasiums die Patenschaft für Julius Baumblatt. Nähere Auskünfte zur Patenschaft oder zur Stolperstein-Verlegung erteilt das Amt für Kultur + Bildung, Frau Christiane Heppler, Tel. 09421-944 375, christiane.heppler@straubing.de.