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Die Dientzenhofer - Baumeister der Barockzeit

Vortrag im Gäubodenmuseum

Auf Einladung des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung referiert Studiendirektor a.D. Johannes Brucker aus Flintsbach a. Inn am Mittwoch, 23. Oktober 2013, 19.30 Uhr, im Vortragssaal des Gäubodenmuseums über „Die Dientzenhofer - ein bayerisches Baumeistergeschlecht in der Barockzeit".

In der deutschen Kunstgeschichte ist es einmalig, dass fünf Brüder und deren Söhne in etwa sechs Jahrzehnten 260 Kirchen und Kapellen, Klöster und Paläste entworfen und gebaut haben, von denen fast alle heute noch stehen. Allen Brüdern gemeinsam war ein ungeheurer Fleiß, der sie schnell vom Maurer zum Polier und selbständigen Architekten als Hofbaumeister aufsteigen ließ.
Von den acht Kindern des Georg Dientzenhofer sind vier auf dem Bergbauernhof Oberulpoint, vier auf dem Gugghof geboren und in Flintsbach getauft. Mit einer Ausnahme sind alle Kinder nach Prag ausgewandert, wo sie seit 1678 bei italienischen und österreichischen Baumeistern lernten und arbeiteten. Georg machte sich als erster selbständig, seine wichtigsten Werke sind das Kloster Waldsassen und die Kappel. Wolfgang arbeitete zunächst in Ostböhmen, übernahm nach Georgs Tod dessen Bauten, übersiedelte nach Amberg, errichtete mehrere Klosterkirchen und barockisierte zuletzt auch in Straubing die Karmeliterkirche. Christoph blieb später in Prag. Unter dem Einfluss von Guarino Guarini verwen-dete er konvexe und konkave Formen im Grundriss mit einem fugenlosen Übergang zum Gewölbe. Dadurch wurden riesige Deckengemälde wie z. B. in der Nikolauskirche in der Prager Altstadt möglich.

Der in Prag geborene Kilian Ignaz ist der fruchtbarste Dientzenhofer überhaupt. Sein Werk umfasst über 100 Kirchen und Paläste, Bauten, vor allem in Prag. Leonhard hat sich bald aus Waldsassen und Amberg nach Bamberg verabschiedet, wo er fürstbischöflicher Baumeister wurde. Er hinterließ vor allem riesengroße Klosteranlagen wie Banz, Schönthal im Jagsttal, Ebrach und St. Michael sowie die neue Residenz in Bamberg. Johann machte auf Kosten des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn eine Studienreise nach Italien, baute dann den Dom und die Klosteranlagen in Fulda und wechselte nach dem Tod Leonhards als fürstbischöflicher Baumeister nach Bamberg.

Der Vortrag findet bei freiem Eintritt am 23. Oktober 2013, 19.30 Uhr, im Vortragssaal des Gäuboden-museums Straubing (Fraunhoferstr. 23, 94315 Straubing) statt. Der Historische Verein für Straubing und Umgebung lädt alle Mitglieder und Interessierte zum Besuch dieser Veranstaltung herzlichst ein. Weitere Informationen