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Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Stadtspaziergang durch Straubing-Ost

Noch bis zum 31. August 2014 zeigt das Gäubodenmuseum Straubing die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder". Die verkleinerte Version der gleichnamigen Landesausstellung (2009) des Hauses der Bayerischen Geschichte spannt den Bogen von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der 1960er Jahre.
In Schlaglichtern wird mit Exponaten des Gäubodenmuseums, des Stadtarchivs und privater Leihgeber auch die Entwicklung Straubings vom Kriegsende 1945 bis zum Jahr 1968 beleuchtet, als die Stadt das 750-jährige Jubiläum ihrer Gründung feierte.
Das „bäuerlich" strukturierte Straubing, bei Kriegsende zu über einem Viertel zerstört und Zufluchtsort Tausender Flüchtlinge und Heimatvertriebener, erfuhr in dieser Zeit einen enormen Modernisierungsschub. Dieser zeigt sich u.a. im Entstehen neuer Wohn- und Gewerbegebiete, neuer Kirchen und Schulen sowie Freizeiteinrichtungen für 37.000 Einwohner im Jahr 1968 gegenüber 29.000 Einwohnern im Jahr 1939.

Entwicklung eines Stadtteils

Beispielhaft lässt sich diese Entwicklung in Straubing-Ost nachvollziehen. Hier, wo zahlreiche Straßennamen an die ehemaligen Herkunftsgebiete erinnern, haben sich seit den 1950er Jahren neben einer Reihe von Gewerbebetrieben vor allem Heimatvertriebene niedergelassen. Im Benehmen mit der Regierung hatte man für das östliche Stadtgebiet Bebauungspläne entwickelt, so dass seit 1950 eine geordnete bauliche Entwicklung einsetzte. Zusätzlichen Schwung erlebte die Entwicklung von Straubing-Ost ab 1960 mit der Wahl von Hermann Stiefvater zum Oberbürgermeister. „Fortführung und Intensivierung des sozialen Wohnungsbaus mit dem Ziel der Barackenbeseitigung in Straubing", „Erwerb von Baugelände durch die Gemeinde und Erschließung für den sozialen Wohnungsbau", aber auch der „Schulhausneubau und Ausbau der Straßen in Straubing-Ost" sowie der „Ausbau von Altenheimen" waren sein Ziel. Umgesetzt wurden diese Ziele nach kurzer Zeit als 1962 mit dem Bau einer Volksschule in Straubing-Ost begonnen und 1964 eröffnet wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand fast gleichzeitig die katholische Kirche St. Elisabeth, nachdem die Pfarrei St. Peter stetig gewachsen war. Anfang Dezember 1963 wurde des Weiteren die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche an der Nikolastraße, an der Grenze zwischen der Altstadt und Straubing-Ost, eingeweiht und damit der in Straubing stark angewachsenen evangelischen Gemeinde Rechnung getragen.
Im Rahmen der Sonderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder" bieten hierzu das Gäubodenmuseum und das Stadtarchiv Straubing in Verbindung mit Werner Schäfer am Samstag, 5. Juli 2014, ab 14 Uhr einen Stadtspaziergang durch Straubing-Ost an. Treffpunkt ist der Vorplatz der Versöhnungskirche an der Nikolastraße. Der Spaziergang führt von der Versöhnungskirche, dem Altenheim an der Pfauenstraße, der Elisabeth-Kirche zum Schulzentrum Ulrich Schmidl (Ende. Ca. 16.00 Uhr).

Die Teilnahmegebühr wird vor Ort erhoben und beträgt pro Person € 4,00, ermäßigt € 3,00, für Familien € 9,00.