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1868

150. Geburtstag Otto von Dandl, bayerischer Ministerpräsident

Otto von Dandl

Otto von Dandl, am 13. Mai 1868 im Straubinger Rathaus als Sohn des rechtskundigen Magistratsrat der Stadt geboren, stand in einer für Bayern entscheidenden Zeit, dem letzten Kriegsjahr 1917/1918, an der Spitze der Regierung.
Dandl machte nach dem Jurastudium rasch Karriere im Justizministerium, wo er unter anderem mitverantwortlich war für die Einführung des Grundbuches in Bayern. Seit 1906 war er Mitglied der Geheimkanzlei des Prinzregenten Luitpold. Unter dessen Sohn und Nachfolger Ludwig stieg Dandl zum Chef dieses Geheimkabinetts auf. Anfang November 1917 berief König Ludwig III. den parteilosen Dandl zum „Staatsminister des königlichen Hauses und des Äußeren" und betraute ihn mit dem Vorsitz im Ministerrat. Dandl war somit bayerischer „Ministerpräsident".
Er übernahm das Amt in einer äußerst schwierigen Situation: Die militärische Lage im Ersten Weltkrieg verschlechterte sich zunehmend, das bayerische Volk litt unter den Lasten des Krieges und sehnte sich nach Frieden, forderte mehr politische Rechte. Am 7. November 1918 brach in München die Revolution aus: „Bayern ist fortan ein Freistaat." Dandl und seine Ministerkollegen standen den Ereignissen hilflos und resigniert gegenüber. Neuer Ministerpräsident im republikanischen Bayern wurde der USPD-Politiker Kurt Eisner. Dandls politische Laufbahn war zu Ende, nicht jedoch seine berufliche Karriere: 1919 wurde er Präsident des Landesfinanzamtes Würzburg, von 1929 bis 1933 leitete er das Landesfinanzamt München. Dandl starb am 20. Mai 1942 in München.
Mit seiner Heimatstadt Straubing blieb er über Eltern und Schwestern verbunden. Seine Anhänglichkeit an Straubing zeigte Dandl auch 1908, als er das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone und damit die Adelswürde erhielt: Für sein Wappen wählte er Pflug und Lilie - wie im Straubinger Stadtwappen.
2002 wurde Dandl im Westen Straubings eine Abzweigung der Geiselhöringer Straße gewidmet, der „Otto-von-Dandl-Ring".

Dr. Dorit-Maria Krenn
Stadtarchiv Straubing

Literaturhinweis
Dorit-Maria Krenn, Otto von Dandl - Der letzte Ministerpräsident des Königs, in: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 94. Jg. (1992), Straubing 1993, S. 451-466.

Bild: Otto von Dandl (aus: Das Bayerland 1917, Nr. 5, S. 65)

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