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1393

625 Jahre Stadtbrand Straubing / Gelöbnis der Kirche St. Veit

Kirche St. Veit

Am 14. Juni 1393 brach wohl durch Blitzschlag in einem Haus in der Rosengasse ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitete und das südöstliche Stadtviertel einäscherte. Die Bürger gelobten in der Stunde der Not dem heiligen Veit, dem damaligen Patron vor Feuer, eine Kirche zu errichten - zudem war der Brand am Vorabend des Veitstages ausgebrochen. Sie hielten ihr Versprechen und begannen fast unverzüglich die Kirche St. Veit zu errichten. Bereits 1404 wurde der Chor der gotischen Backsteinkirche geweiht. Eine durchgreifende barocke Umgestaltung erfolgte 1702/03. Die Kirche St. Veit ist eine Filiale der Pfarrkirche St. Jakob und Sitz der seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestehenden Priesterbruderschaft St. Salvator.

Zum Stadtbrand von 1393 überliefert der zeitgenössische Chronist Andreas von Regensburg eine wundersame Geschichte:

„Als man zalt 1393, an sand Veytes tag, ist Straubing balds verprunnen von wildem feuer.
Da geschah ein wunderlich sach, dy nicht zu sweygen ist. Es was in derselben Stat ein alter wirdiger Man, Jordan Utz genant. Der setzt in ein Fenster seines grossen Hauses bei dem Turen mitten in der Stat gegen Suden, das mit schindeln gedeckt was, ... sand Peter des Zwölfboten Pilde, den er immer in großen Ehren hielt, und empfahl das Haus dem Fürsten der Zwölfpoten:
‚Heiliger Petrus, ich hab dir immer gedienet; nun beswör ich dich mein Haus zu schützen. Tust du es nicht, so mußt du samt dem Haus verprennen.‘
Und er ließ darinn den sand Peter und ging selber trinken Met. Da geschah das:
Der ganz halb Teil in der Stadt verpran, da bleib das Haus mitten im Feuer, dass ihm kein Schaden widerfuhr."

Der Bürger Jordan Utz vertraute also sein Haus dem Heiligen Petrus an und ging selbst Met trinken - und der Stadtbrand kam tatsächlich vor seinem Anwesen zum Stillstand. Es handelt sich hierbei um das Eckgebäude Steinergasse/Theresienplatz, ein ehemaliges Lebzelteranwesen, das zum ersten Mal 1368 urkundlich fassbar ist und in dem seit 1910 die Konditorei Krönner ihren Sitz hat.


Dr. Dorit-Maria Krenn
Stadtarchiv Straubing

Quellenhinweis:
Andreas von Regensburg. Sämtliche Werke, hg. v. Georg Leidinger, München 1903, S. 650

Bild: Kirche St. Veit (Foto Peter Schwarz, Stadtarchiv Straubing) 

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