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1892

125 Jahre Bürgerdenkmal

Postkarte mit Bürgerdenkmal an der Regensburger Straße, gelaufen 1906 (Stadtarchiv Straubing, Postkartensammlung) Postkarte mit Bürgerdenkmal an der Regensburger Straße, gelaufen 1906

Das Bürgerdenkmal am Oberen-Thor-Platz hält die dramatische Belagerung Straubings im April 1742 während des Österreichischen Erbfolgekrieges fest. In dieser Auseinandersetzung musste die junge Habsburgerin Maria Theresia, Tochter des 1740 verstorbenen Kaisers Karl VI. von Österreich, ihren Thronanspruch und ihr Erbe gegen Frankreich, Spanien, Sachsen und Bayern behaupten. Nach mehrtägiger Belagerung Straubings zogen am 11. April 1742 die österreichischen Truppen, unter ihnen die berüchtigten Panduren, unverrichteter Dinge wieder ab. Erst über ein Jahr später mussten die Straubinger Bürger auf Geheiß ihres geschlagenen Stadtherrn, des Kurfürsten und neuen Kaisers Karl VII., ihre Tore den Österreichern öffnen und Maria Theresia als neuer Stadtherrin huldigen. Die Besatzung dauerte bis Oktober 1744.

Bürgerdenkmal, 2016 (Foto Peter Schwarz, Stadtarchiv Straubing) Bürgerdenkmal, 2016

Im Jahr 1842 gründete sich in Straubing ein „Comitee zur Säcularfeier der Belagerung Straubings im Jahr 1742", das ein Denkmal zu Ehren der tapferen Verteidiger schaffen wollte. Es flossen aber nicht nur zu wenig Spenden für ein Denkmal. Die Geschichtsforscher stritten sich auch, ob bei der Belagerung überhaupt ein Straubinger Bürger gefallen sei. Bürgermeister Josef Leeb sprach schließlich ein Machtwort: Nicht die Zahl der Toten, sondern der „Heldenmuth der Bürger" sei entscheidend und verdiene ein Denkmal. Am 9. Oktober 1892 wurde das „Bürgerdenkmal" am oberen Tor enthüllt. Der Münchner Bildhauer Theodor Haf, der auch das 1876 aufgestellte „Kriegerdenkmal" zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg am Stetthaimerplatz entworfen hatte, schuf das Denkmal aus Zinkguss und Kalkstein. Es zeigt, wie das „Straubinger Tagblatt" damals schrieb, „einen sterbenden Krieger ..., den der Genius des Friedens hinweist auf jene Höhen, in denen es keinen Streit mehr gibt". Auf dem Steinsockel ist in zwei Bronzemedaillons auch die Münze abgebildet, die die Straubinger aufgrund ihrer Tapferkeit von Kaiser Karl VII. zum Dank erhielten.
Das Denkmal stand ursprünglich an der Regensburger Straße; es wurde bei der Neugestaltung des Areals im Zuge des Baus des Theresien-Centers 2008 grundlegend saniert und etwas nach Westen versetzt.

Dr. Dorit-Maria Krenn,
Stadtarchiv

Literaturhinweis:
Markus Lohmüller, "Den Helden ein dauerndes Andenken". Bürgerliche Denkmalskultur in Straubing 1837-1892, in: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung Jg. 108 (2006), Straubing 2007, S. 279 - 428, hier 324 - 366

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