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Kirche St. Veit

Die alte Hemauerchronik von Oberalteich meldet recht eindrucksvoll:
"Als nach Tausend das Neue Jahr, dreihundert neunzig und drei war, am Vorabend von Veite, wird Straubing des Wildfeuers Beute."

In das Haus der Witwe schlug der Blitz ein, der Wind fegte das Feuer durch die Judengasse. Es äscherte in der Vorstadt die Synagoge und alle Häuser ein. In der inneren Stadt erst gelang es, das wütende Feuer zu besiegen. Eine alte Wandinschrift am Choraltar berichtete lange Zeit von der "halben Zerstörung der Stadt". Sechs Menschenleben sollen im Feuer ums Lebens gekommen sein. In diesem Zusammenhang steht auch die überlieferte Kunde von Jordan Uetz, dessen Behausung nahe dem Stadtturm als eines der wenigen Häuser vor dem Inferno gerettet wurde, weil er sein Leben und Anwesen einem Holzbildnis des Apostelfürsten Petrus anvertraute.

Die Straubinger gelobten eine Kirche zum heiligen Vitus, dem Schutzpatron auch gegen die Verwüstungen des Feuers. Sie sollte für ewige Zeiten ein "steinernes Bittgebet" sein. Hier nun eine kurze Zusammenfassung kunsthistorischer Daten dieses Straubinger Kleinods, wobei immer auch der sakrale Gedanke eines Gotteshauses im Vordergrund stehen soll. 1404 erfolgte die Chorweihe durch den Regensburger Weihbischof Seyfried. Das Langhaus gestaltete sich damals zweischiffig. Die "neue Kirche", oder die "neue Kapelle" wie sie im "rothen Buch" der Stadt Straubing 1428 und 1474 genannt wird, muß anfangs so eng gewesen sein, "das sie außer dem kleinen, auch ganz unverhältnismäßigen Chor in die Länge nur 54, in die Weite 48 Werkschuhe maß". Auch von einer mächtigen Säule berichten die Historiker, die das Gewölbe in der Mitte abstützte und mit dem dahinter angelegt gewesenen Chorgewölbe die "Aussicht sowohl auf den Chor- als auch auf die 2 Seitenaltäre benahm".

Neben einer Orgel aus dem Jahre 1412 standen ehemals drei kleine Altäre, "wobei die Priester zum Meßlesen eine Stiege auf-und absteigen mußten."
Interessant ist eine ewige Meßstiftung des Bürgers Hans Polan aus Dingolfing aus dem Jahre 1405 "in der Kapelle zu allen Heiligen in der stainemstraß". Der Polanaltar befand sich früher im Langhaus. Also war man schon sehr rasch am Bau fortgeschritten. Der Chor ist eingezogen, wie er sich heute darstellt und in fünf Achteckseiten geschlossen. Zwischen Chor und Langhaus ragt nordseitig der quadratische Turm empor mit später zugefügter Blendbalustrade, achtseitigem Glockengeschoß, kugeliger Kuppel mit Laterne und kugelförmiger Haube.

1702/03 erfolgte eine durchgreifende Barockisierung der Kirche: Die Binnenstützen im Langhaus wurden beseitigt, das Langhaus um zwei Joche verlängert und neu gewölbt, der Chor erhöht, die Sakristei im Süden neu gebaut, im Westen eine Doppelempore errichtet.

Das Innere der Kirche zeigt sich heute als "lichter weiter Saal im Gewand gefälliger spätbarocker Dekoration und Ausstattung. Schiff zu sieben Achsen, Stichkappentonne über glatten und mäßig ausladenden Gebälkstücken". Die Stukkatur in der Chorbogenwand besorgte 1702/03 Joseph Vasallo, in Stadtamhof ansässig, während der aus Südtirol stammende und in Straubing arbeitende Bildhauer Johann Georg Fux die großen seitlich angebrachten Figuren der Ecclesia und Bavaria, sowie drei Engelsfiguren hinzufügte.

Verantwortlich für alle Maurerarbeiten war der Maurermeister Jakob Ruesch. Die mächtige und hinderliche Säule im Langhaus wurde entfernt und bald sind auch die störenden Chorgewölbeteile beseitigt. Wolfgang Leutner und Valentin Reischl malten dann die Glorie des hl. Vitus an das Chorgewölbe. In das Gewölbe des Langhauses setzten sie mit "fünf Feldungen in Form von Stukkaturarbeit" die streitende Kirch umgeben von den "vier Teilen der Welt mit ihren Früchten, Gewächsen usw." Das Pflaster in der Kirche lieferte Stadtmaurermeister Kaspar Öttl von Kelheim. Eine Inschrift in der Westempore meldet 1762 eine abermalige Überarbeitung. Felix Hölzl schuf die heutigen Deckengemälde: im Chor die Anbetung der hl. Eucharistie durch die Erdteile, an den Wangen Medaillons mit Blumenvasen. Am Langhausgewölbe erblicken wir eine große Szene aus dem Leben des hl. Vitus, von kleinen Medaillons umgeben und gegliedert abwechselnd in Engelsgruppen und in violettem Grisaille gehaltenen weiteren Szenen aus der Vituslegende. Ein großes Deckengemälde ist dem hl. Georg gewidmet. An den Wandpfeilern im Langhaus stehen zwölf gemalte Apostel, an den Brüstungen der Emporen Engelsgruppen und farbige Blumenfestons. Der Hochaltar wird 1731 von der Gräfin Maria Anna Katherina von Montfort "aus sonderer Affection und Liebe gegen die Kirche St. Veit gestiftet und hierher gebracht".

Seitlich zwei Schnitzfiguren hl. Blasius und hl. Nikolaus, wohl von dem Passauer Joseph Matthias Götz, das Altarblatt von 1702 zeigt über dem Sturz der Verdammten die Hl. Dreifaltigkeit und Maria, von Christus empfangen.

Die Seitenaltäre aus den Jahren 1702/03 sind als Ensemble abgestimmt schwarzpoliert mit marmorierten Säulen und vergoldeter Akanthusschnitzerei. Bezeugt für die beiden Chorbogen-Retablen ist Johann Gottfried Frisch aus Bogen, während J.G. Fux die Altaraufsätze an den Seitenaltären schnitzte.

Die Altarblätter an den ersten beiden Seitenwänden, "Feuerproben der hl. Kunigunde und des hl. Tiburtius" sind laut Überlieferung 1718 von Cosmans Damian Asam gemalt. Das Bild am letzten Altar auf der Südseite zeigt die Hl. Bischöfe Rupert, Benno und Ulrich; es stammt von Johann Caspar Sing aus München. Er schuf auch das Gemälde Heimsuchung Mariens 1704 an der linken Chorbogenseite.
An der Langhauswestseite sind zwölf Tafelbilder aus dem 17. Jahrhundert mit Szenen aus dem Leben des hl. Vitus angebracht, ursprünglich wohl Flügel eines Schreinaltars. (An vier Tafeln Orginalsignaturen von Gg. Kopp bei Restaurierungsarbeiten 1962 freigelegt).

Im spätgotischen Turmraum hängt ein aus fünfzehn Bildern zusammengefügter Totentanz aus der Zeit um 1800. 1961 erfolgte eine Restaurierung des Kircheninnern durch den Straubinger Kunstmaler Albert Lauerbach. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich die evangelischen Christen zu Gottesdiensten in St. Veit ein, da ihre Christuskirche durch den Bombenterror zerstört worden war.

Text von Hans Vicari

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