EIN ANTIKES HIGHLIGHT: DER RÖMERSCHATZ
     
Am Nachmittag des 27. Oktober 1950 wurde einer der bedeutendsten römischen Funde in der Bundesrepublik geborgen: der Straubinger Römerschatz. Bei Aushubarbeiten in der Gemeinde Alburg, heute Stadt Straubing, kam auf dem Areal eines schon lange bekannten römischen Gutshofes ein großer, umgestülpt im Boden liegender Kupferkessel zutage.
Nach seiner gewaltsamen Öffnung wurde fast der gesamte Inhalt des Kessels herausgehoben, wobei die Gegenstände z.T. empfindlich beschädigt wurden. Das rasch verständigte Gäubodenmuseum konnte die Bergung 28.10.1950 abschließen, doch gelang es nur noch bei wenigen Fundstücken, ihre ursprüngliche Lage zu dokumentieren.
     
 
    
     
 
Zum Vorschein kamen zahlreiche Teile von Paraderüstungen wie Gesichtshelme, Bein- schienen und Roßstirnen. Daneben fanden sich im und um den aus einer einzigen Kupferplatte getriebenen Kessel Statuetten, Werkzeuge und Waffen, die offenbar wegen ihres Metallwertes zusammengetragen worden waren. Die Hauptattraktion des Römerschatzes, der während der Alamannen- einfälle nach der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. vergraben wurde, bilden jedoch die Paraderüstungen. Sie fanden bei prunkvollen Paraden an hohen Festtagen, Siegesfeiern, Kaisergeburtstagen und Totenehrungen Verwendung. Den nachhaltigsten Eindruck auf die Zuschauer in den Grenzorten des Imperiums wird aber ihr Einsatz bei Reiter-
spielen gemacht haben, über deren farben- frohes Gepränge uns der Schriftsteller Flavius Arrianus in seinem Reitertraktat berichtet.

Nach der Konservierung aller Teile in den Werkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege kam der Schatzfund als Leihgabe des Landkreises an das Gäuboden- museum, wo er seither in wechselnder Form den Besuchern zugänglich war. Zuletzt 1976 aufgestellt, nimmt das Gäubodenmuseum die 50-jährige Wiederkehr der Bergung des Römerschatzes zum Anlaß, diesen unter Zugrundelegung neu gewonnener Erkennt- mnisse der Forschung und der didaktischen Erschließung im Frühjahr 2000 neu zu präsentieren.
     
 
    
     
 
Zahlreiche Vorbereitungen waren hierzu nötig. So wurden einzelne Teile in den Werkstätten des Gäubodenmuseums neuerlich restauriert und dokumentiert. Untersuchungen unter neuer Fragestellung wurden eigens angestellt, bevor der um einige Neufunde von Paraderüs- tungen aus dem Lagerdorf ergänzte Römer- schatz im Gäubodenmuseum der Öffentlich-
keit zugänglich gemacht wird. Mit der Neupräsentation erstrahlt der Römerschatz im neuen Licht und bildet den glanzvollen Auftakt zur Römischen Abteilung im Gäuboden- museum, deren Neuaufstellung die Museums- arbeit in den nächsten Jahren bestimmen wird.