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Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Vom Leben in Trümmern bis zum Wohlstand im Wirtschaftswunder

16.07.2014
+++ Sonderausstellung bis 31. August 2014 verlängert! +++

Nachdem die vom Haus der Bayerischen Geschichte übernommene Wanderausstellung „WIEDERAUFBAU UND WIRTSCHAFTSWUNDER" mit der lokalgeschichtlichen Aufbereitung der Geschichte zwischen 1945 und 1968 in Straubing weiter auf breites Interesse stößt, wird die Sonderausstellung bis 31. August 2014 verlängert. Es handelt sich um die verkleinerte Version der gleichnamigen Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte, die 2009 in Würzburg über 365.000 Besucher begeisterte.

Die Schau spannt den Bogen von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der 1960er Jahre. Die Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder weckt viele Erinnerungen und prägt Bayern bis heute. In Schlaglichtern wird mit Exponaten des Gäubodenmuseums, des Stadtarchivs und privater Leihgeber auch die Entwicklung Straubings vom Kriegsende 1945 bis zum Jahr 1968 beleuchtet, als die Stadt das 750jährige Jubiläum ihrer Gründung feierte.

Straubinger Museumsheft

Neues "Straubinger Museumsheft"

Das „bäuerlich" strukturierte Straubing, bei Kriegsende zu über einem Viertel zerstört und Zufluchtsort Tausender Flüchtlinge und Heimatvertriebener, hat in dieser Zeit einen enormen Modernisierungsschub erfahren. Dieser zeigte sich u.a. im Entstehen neuer Wohn- und Gewerbegebiete, neuer Kirchen und Schulen sowie Freizeiteinrichtungen für 37.000 Einwohner im Jahr 1968 gegenüber 29.000 Einwohnern im Jahr 1939.

Als Band 4 liegt ab Samstag 19. Juli 2014 in der Reihe „Straubinger Museumshefte" an der Kasse des Gäubodenmuseums die Bild- und Textdokumentation „Straubing zwischen 1945 und 1968" zum Verkauf auf. Reich bebildert, finden sich in ihr die Texte der lokalgeschichtlichen Begleitausstellung auf knapp 100 Seiten zusammengefasst. Das Museumsheft ist zum Preis von 9.80 Euro zu erwerben.

Wanderausstellung im Gäubodenmuseum
Ausstellung des Hauses der Geschichte im Gäubodenmuseum

Vom 14. März bis 3. August 2014 dreht sich im Gäubodenmuseum Straubing alles um Trümmernot und Petticoat, Nierentisch und Care-Paket. Die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder" des Hauses der Bayerischen Geschichte ist die verkleinerte Version der gleichnamigen Bayerischen Landesausstellung, die 2009 in Würzburg mit der lebendigen Vermittlung der Nachkriegsgeschichte über 365.000 Besucher begeisterte. Die Wanderausstellung ist seit 2010 auf Tour durch die bayerischen Regierungsbezirke und war bereits in Bayreuth, Coburg, Nürnberg, Regensburg, Landshut, München, Augsburg, Fürth, Weiden, Kaufbeuren-Neugablonz und Dachau zu Gast. Straubing ist nun die letzte Station der Ausstellung.

Mit ausgewählten Highlights, die auch durch Exponate des Gäubodenmuseums und des Stadtarchivs Straubing sowie von privaten Leihgebern ergänzt werden, spannt die Schau den Bogen von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der 1950er Jahre. Die Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder weckt viele Erinnerungen und prägt Bayern bis heute. Das gilt für Lebensstil und Jugendkultur ebenso wie für die Architektur von Kaufhäusern, Kinos und Kirchen.


Ausstellung macht die Zeit des Aufbruchs wieder lebendig

Als im Mai 1945 Frieden einkehrte, zeigte sich erst das ganze Ausmaß der Kriegsfolgen: Zahllose Familien waren zerrissen, Hunderttausende waren ohne Obdach, Millionen hungerten oder waren auf der Flucht. In Straubing wurden zeitweise bis zu 14.000 Flüchtlinge und Heimatvertriebene in 20 Lagern untergebracht, unter anderem in den ehemaligen Reichsdienst-Baracken bei Muckenwinkling. Insgesamt 8.000 dieser Flüchtlinge blieben auch nach 1961 in Straubing. Nach Kriegsende wurden der Großteil der Wohnungen wiederhergestellt und ganze Stadtteile neu errichtet. Besonders im Maschinenbau- und Bekleidungssektor wurden neue Firmen gegründet, wodurch ein enormes Gewerbe- und Industriegebiet im Osten der Stadt entstand. Die Spuren des Krieges sind jedoch auch in Straubing noch heute zu sehen, wie beispielsweise an den noch erhaltenen Behelfsbauten in der Bahnhofstraße oder den Spuren eines Bombeneinschlags auf dem Friedhof St. Michael.

Für viele Menschen veränderte sich der Alltag in den fünfziger Jahren von Grund auf. Die Dynamik dieser Zeit war unübersehbar: Hausfrauen hatten elektrische Helfer wie die Waschmaschine zur Hand und brachten Exotisches wie den Hawaii-Toast auf den Tisch, während im Wohnzimmer das erste Radio, später dann der erste Fernseher lief und vor der Haustür das Auto, oft ein VW-Käfer, eine BMW-Isetta oder ein Goggo parkte, mit dem man in den Urlaub fuhr. Die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder" macht diese Zeit des Aufbruchs wieder lebendig: von den Entbehrungen der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der fünfziger Jahre, von der Politik bis zur Alltagskultur.

Die Wanderausstellung wird ergänzt durch mediale und didaktische Angebote:

Im digitalen Wiederaufbauatlas Bayern können detaillierte Infos zur Geschichte vieler bayerischer Städte - darunter auch Straubing - recherchiert werden: http://www.hdbg.de/wiederaufbau/bayern-nach-1945/

Zur Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder" stellt das Haus der Bayerischen Geschichte für Schulen auch eine Tafelausstellung im Rahmen des Projekts „Geschichte frei Haus" bereit:
http://www.hdbg.de/gfh/geschichte-frei-haus_themen_wiederaufbau.php

Gäubodenmuseum Straubing
Fraunhoferstraße 23
94315 Straubing
http://www.hdbg.de/wanderausstellung-wiederaufbau/

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 16 Uhr (Karfreitag, 18. April 2014 geschlossen)

Eintritt: Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 3,00 €
Schulklassen und Kinder unter 6 Jahren freier Eintritt