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350. Geburtstag Hanns Georg Fux (1661 1706)

Bildhauer und Elfenbeinschnitzer

Geburtstag Hanns Georg Fux Bavaria und Ecclesia in der Kirche St. Veit
Johann Georg Fux wurde am 26. Januar 1661 in Ausserpfitsch/Südtirol getauft. Im Alter von vierzehn Jahren trat er beim Waffenschmied Hans Wild in Sterzing eine Lehre an, zu der auch die Ausbildung im Holzschnitzen gehörte. Für den 15. Mai 1693 findet sich dann im Straubinger Ratsprotokoll die Bitte eines „Georg Fux von Stürzing aus dem Tierol ein Büldthauer" um die Aufnahme in Straubing verzeichnet. Zwei Jahre später, am 19. September 1695, ist die Verleihung des Bürger- und Meisterrechts an Fux protokolliert: „Georg Fux, Pilthauer Gesell, weiset seine verferttigte Maister Stuckh vor unnd bitt umb die ratifikation. Die vorgeher der Maller haben hierwider kaine bedenkhen. ... Die Maister Stuckh ratifiziert und den Fuxen fir einen Burger und Bilthauer ufgenommen ..." Wo Fux bis seinem Auftauchen in Straubing lernte und arbeitete, vielleicht bei dem oberösterreichischen Künstler Michael Zürn den Jüngeren, ist nicht bekannt. In Straubing jedenfalls gründete Fux eine Familie, wirkte als Bildhauer in Stein, Stuck und Holz und offenbar auch als Architekt und Zeichner.
Für Straubing sind Arbeiten des begabten Künstlers Fux vor allem für die Kirche St. Veit bezeugt, die Anfang des 18. Jahrhunderts umfassend barockisiert wurde: Hier schuf er unter anderem den die Kanzel tragenden Engel und die Holzfiguren der Ecclesia und Bavaria am Chorbogen. Auch an der barocken Ausgestaltung der Karmeliten-Kirche Hl. Geist war er beteiligt. Das Werk von Fux sollen die Figuren der Anna und des Joachims am Altar der heiligen Familie, zwei Karmelitinnen am Theresienaltar, die Engel an der Orgelbekrönung sein.
Fux' Leidenschaft galt aber einem äußerst wertvollen Material, dem Elfenbein; auf dem Gebiet der elfenbeinernen Kleinplastik war er ein wahrer Meister: Erhalten sind zum Beispiel die Figuren Maria und Johannes unter dem Kreuz, eine Madonna auf der Weltkugel und eine Glorie des Kindes, zu sehen im Bayerischen Nationalmuseum in München, ein heiliger Sebastian im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, eine sitzende Maria als Himmelskönigin in der Berliner Skulpturengalerie, eine Madonna mit Kind im Palazzo Pitti in Florenz. Im Gäubodenmuseum in Straubing ist ebenfalls eine von Fux signierte „Sitzende Maria mit dem Christusknaben" aus der Zeit um 1700 zu sehen.
Die Vielseitigkeit des Bildhauers Fux zeigt sich nicht zuletzt auch im Friedhof St. Peter. So befindet sich zum Beispiel an der Nordseite der Basilika das Fux zugeschriebene Architektur-Epitaph aus Untersberger Kalkstein für den 1694 verstorbenen Straubinger Bürger und Bierbrauer Franziskus Stöger, das eine Pietà sowie die Heiligen Franziskus und Katharina zeigt. Die Sterbematrikel der Pfarrei St. Jakob vermeldet für den 19. Februar 1706 den Tod des „Fux civis et statuarius", des „Bürgers und Bildhauers Fux".

Dr. Dorit-Maria Krenn, Stadtarchiv

Literaturhinweis:
Hans R. Weihrauch, Hanns Georg Fux. Elfenbeinschnitzer und Bildhauer in Straubing, Straubing 1968 (Straubinger Hefte 18); Christian Theuerkauff, Die Bildwerke in Elfenbein des 16.-19. Jahrhunderts, Berlin 1986, S. 131ff.

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